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   25.02.14 11:52
    Hey Saf, Find ich auch.






KAIZEN

Gesundheit! Das mag sich manch einer jetzt mit dem Titel dieses Blogs denken. Aber es geht hier um etwas ganz anderes als um den Rotz, den man beim Niesen los wird. Ich habe was gelesen, liebe Leute. Und zwar eben genau über KAIZEN. Wer‘s nicht kennt, ist wirtschaftlich nicht auf der Höhe! Sorry, ich versuche hier in diesem Blog nur die kapitalistische Managementsprachführung anzuwenden – hart aber fair. Auf jeden Fall setzt sich KAIZEN sprachlich ja aus zwei Silben und dergleichen aus zwei Wörtern des japanischen Sprachgebrauchs zusammen: KAI heisst dabei Veränderung, Wandel und mit ZEN ist zum Besseren gemeint. Es gilt also einen Wandel zum Besseren anzustreben. Japan ist erfahrungsgemäß für seine Lebensweisheiten und Ideologien bekannt und viele davon sind ja auch sehr gut umsetzbar und vor allem sinnvoll. Ich persönlich sehe auch in KAIZEN eine sinnvolle Chance, seinen Betrieb vorwärts zu bringen. „Wandel zum Besseren“. Lassen wir dieses starke Statement einmal durch den Kopf schweben.

 

Nun aber… Ja ich weiss, immer dieses „aber“… Seien wir doch ehrlich. Man kann alles drehen, dass es einem für den Egozentrismus genau ins Schema passt. Nehmen wir manche Manger. KAIZEN wird oft als Wandlung zum Besseren propagiert, jedoch als Instrument zur Kapitalbildung missbraucht. Kommt Euch das bekannt vor? Es heisst doch immer: „Firma Muster hat Sparmassnahmen angekündigt.“ Verwenden wir doch KAIZEN! Es heisst ja „zum Besseren“. Bauen wir Stellen ab! Das bessert die Situation der Firma. Tja, ist das wirklich das Ziel dieses Modells? Stellenabbau? KAIZEN, Gesundheit! Wie sieht es mit der Wirtschaft aus? Ist in diesem Fall KAIZEN wirklich „zum Besseren“ für die Wirtschaft, wenn der wertvollste Produktionsfaktor abgebaut wird? Hmmm. Ich glaube nicht. Oooooder Lohndumping! Unsere Firma Muster will doch keine Stellen abbauen, dann wird Kurzarbeit oder Lohnkürzungen eingeführt. Somit haben wir lediglich einen KAI – ich erinnere: Wandel – für die Angestellten und einen ZEN – bekanntlich zum Besseren – für die Unternehmung. Hier stellt sich mir die Frage, ob wir denn die Nachhaltigkeit berücksichtigen? Denn der wertvollste Produktionsfaktor – der Mensch – hat einen grossen Haken: Gefühle. Wenn diese verletzt werden, leidet natürlich auch die Arbeit darunter und der KAIZEN ist für n’A***. Bitte entschuldigt, habe gerade die kapitalistische Managementsprachführung vergessen. … und der KAIZEN ist out.

 

In diesem Sinne: Ein Wandel ist gut, vor allem wenn es zum Besseren ist und ich bin auch überzeugt von KAIZEN. Doch bei all der Verherrlichung dürfen wir eines nicht ausser Acht lassen: Unser Hirn einzuschalten. Denn nur so können wir objektiv erkennen, ob etwas wirklich besser werden könnte oder nicht.

 

Saf

15.4.15 20:59


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Anna's Geburtstag vs. Mein Geburtstag

Kindergeburtstage… Ich hasse Kindergeburtstage. Schon wenn ich die Clowns sehe, könnte ich an die Decke gehen. Diese Typen verdienen ihr Geld mit blossem Schein! Ich wette, wenn ich jedem Clown auf der Welt die Maske abreissen würde, könnte in 50% aller Fälle ein Übermass an Depression diagnostiziert werden. Die Mundwinkel würden stark nach unten zeigen und der Atem röche nach Alkohol und Zigaretten. Ich entschuldige mich an dieser Stelle bei allen, mit Leidenschaft ausübenden Clowns. Und erst die Prinzessinnen! Alles muss rosa sein und junge, noch unerfahrene Studentinnen mimen die schönen und verzauberten, von Monarchie geprägten „mein-Wunsch-sei-dir-Befehl“-Damen, welche beim ersten bösen Wort in einem mit Tränen erfüllten Nervenzusammenbruch auf dem Boden der Tatsachen landen. Aber ich weiche vom Thema ab.

 

Neulich morgens wurde ich von Kindergeschrei und anderweitigen hochfrequenzierten Tönen aus dem bitter notwendigen Schlaf geworfen. Als mein Wecker mir das Datum dieses Tages offenbarte, horchte ich kurz in einer leicht ansteigenden Panik auf: Die kleine Anna in der Nachbarschaft feierte ihren Geburtstag und ich war eingeladen! Und wie es sich für einen schlechten Nachbarn gehörte, hatte ich noch nicht einmal ein Geschenk besorgt. Daraus konnte ich zumindest den Teil mit der Panik schliessen. Erstes Rätsel gelöst. Doch was nun? Was sollte ich denn für ein Geschenk auftreiben? Und wie zum Teufel konnte ich mich unbemerkt aus dem Haus stehlen? Die Lösung: Meine Schwester. Sie ist sehr kreativ müsst ihr wissen! Ich ruf also da an:

„Jule, bastle mir bitte nen Kinogutschein, ich hol ihn gleich ab.“

Sie enthusiastisch: „Woow, hast du ein Date? Sehr schön!“

Ich während dem ins Bad rennen: „Nein, für Anna!“

Sie weniger enthusiastisch: „Woow. Du hast ihren Geburtstag vergessen.“

Ich: „Ja, machst du’s?“

Sie: „Ist in einer halben Stunde bereit.“

Ach die Jule ist doch die Beste grosse Schwester, die man haben kann. Eine Stunde später kreuzte ich also auf dem Zwergenfest auf. Anna hatte riesen Freude und ihre Augen zeigten mir, dass diese Freude tief aus dem inneren und nicht des Clowns wegen kam. Sie sprintete mir direkt in die Arme und prahlte und sagte ihren Freunden, dass ich ein berühmter Autor und Schriftsteller sei und gegenüber mir prahlte sie, wie gut ihre eigene Party sei. Bei all der Begeisterung steckte mir kurz später meine hübsche Nachbarin noch das lange ersehnte Stück Kuchen zu. Er schmeckte so, wie sie aussah, einfach formidable. Beim Auspacken des Kinogutscheines für zwei, blickte mich mein Nachbar an und gab mir mit seinem Blick unmissverständlich zu spüren, dass er wusste, wie spät ich mit dem Geschenke Kauf wieder einmal dran war. Ich zwinkerte ihm bloss zu. Er lächelte.

 

Zwei Wochen später konnte ich meinen Geburtstag feiern. Anna und ihre Familie war auch eingeladen. Natürlich ging das ganze ein wenig gesitteter zu und her als bei meiner kleinen Nachbarin vierzehn Tage zuvor. Den ganzen Abend lang blickte sie skeptisch umher, sass aber schön still auf ihrem Platz. Da plötzlich konnte sie sich wohl nicht mehr im Zaum halten.

„Sag mal Saf, sind das alle deine Gäste?“ Erwartungsvoll blickte sie mich an.

„Eh, ja. Oder hast du noch welche eingeladen.“ Ich lächelte, doch Anna fand’s nicht witzig. Dann kam der Hammer:

„Nein Saf, ich habe niemanden zu dir eingeladen. Meine Gäste haben sich auf MEINER Party amüsiert. Meine Party war um Längen besser als deine.“ Ich meinte ich höre wohl nicht recht. Dieser kleine Frechdachs. Doch das war noch nicht alles. Sie fragte:

„Bekommst du immer so wenige Geschenke?“

Ich so: „Eh, ja.“

Anna: „Na dann. Schade.“ Ein äusserst fieses Achselzucken unterstrich ihre Aussage in einer sarkastischen Perfektion, wie ich es bei Erwachsenen noch selten gesehen hatte. Ich war schier sprachlos! Zumindest an diesem Punkt des Abends haben sich alle meine Gäste ebenfalls amüsiert. Es kam aber noch dicker:

Anna: „Saf?“

Ich: „Ja Anna?“ Angstschweiss perlte mir aus den Poren. Die Angst davor, wie mich dieses Mädchen vor versammelter Meute noch mehr zum Clown machte.

Anna: „Danke übrigens für den Gutschein. Kann ich ihn dieses Wochenende mit dir einlösen? Mammi hat schon zugestimmt.“ Dann für’s Erste Erleichterung in meinem Gesicht.

Ich: „Na klar! Was läuft denn?“

Anna: „Ein animierter Film über Prinzessinnen.“ Erleichterung weg! Da habe ich mir geschworen, dass ich nie wieder auf einen Kindergeburtstag gehen werde! Ich hasse Kindergeburtstage!

 

Saf

1.6.14 00:12


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