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   25.02.14 11:52
    Hey Saf, Find ich auch.






Wie klingt Ken?

Meiner Nachbarn kleine Tochter Anna (Name geändert) konfrontierte mich neulich mit einer Sache, welche ich vor nicht allzu langer Zeit noch als Schikane gedeutet hätte. Die Geschichte dahinter ist erfreulich zu lesen, zumal ich einen Wandel zu weiblichem Denken durchgemacht habe.

 

Also; Meine hübsche Nachbarin kam am Morgen zu mir und drückte in Hektik auf der Klingel umher. Sie schaute immerzu auf die Uhr und somit entschloss ich mich, noch einige Sekunden durch den Türspion zu blicken, bevor ich laute Schritte simulierte und schliesslich die Tür öffnete.
„Saf, bitte, kannst Du für eine kleine Weile auf Anna aufpassen? Ich muss zum Doktor und der Babysitter hat kurzfristig abgesagt.“ Einen Meter tiefer trat bereits die Kleine vor und schritt in einer unerhörten Selbstverständlichkeit neben mir vorbei. Noch bevor ich meiner Gesprächspartnerin mein obligatorisches „Aber“ an den Kopf werfen konnte sprintete sie bereits in olympischer Manier zurück zu ihrem Auto. Ich drehte mich um und wäre vor Schreck fast mit gerannt; Die süsse kleine Anna hielt in ihren kleinen Händchen je ein mir bekanntes Utensil; links eine Barbie und rechts Ken, den ich an diesem Vormittag noch genauer kennenlernen sollte. Mit ihren dunkelbraunen Rehaugen blickte sie mich erwartungsvoll an.

 

Fünf Minuten später hockten wir auf dem  Teppich im Wohnzimmer und dinierten. Barbie, also Anna, sprach mit piepsender Stimme zu mir, unter deren Frequenz selbst der grösste Hund die Flucht ergriffen hätte. Ich gab Antwort. Anna schaute mich entgeistert an und stellte dieselbe Frage erneut, noch piepsender! Ich gab Antwort. Dann legte sie die Puppe nieder und meinte;
„Saf, du bist Ken, du bist nicht Saf!“
Ich; „Ja, ich spiel doch Ken.“
Anna; „Aber du klingst nicht wie Ken“
Ich; „Oh!“ Erneut piepste Barbie los und dieses Mal kramte ich meine beste, männlichste Stimme heraus.
Anna; „Ken klingt scheisse!“ Ich riss die Augen auf und konnte kaum glaube, was ich aus diesem kleinen Kindermund hörte; „Ken klingt scheisse“! Anna ist dreieinhalb jährig! Auf die anschliessende Diskussion hin, wie Ken zu klingen hätte und ob Anna mir ein Beispiel geben oder eine Lehrstunde erteilen könnte, ging die Kleine nicht ein. Stattdessen setzte sie sich auf das Sofa und bat mich, doch den Fernseher einzustellen. Ich tat also, was die Prinzessin mir befahl. Zurückgezogen in der Küche erwischte ich mich, wie ich die Original-Ken-Stimme zu imitieren versuchte. Hie und da kamen Kommentare vom Nebenzimmer wie „immer noch scheisse“ oder „übe weiter Saf“. Irgendwann hab ich’s dann jedoch aufgegeben.

 

Wie dem auch sei, meine kleine Morgenbegleitung hat zu meiner Freude schliesslich der gutaussehenden Mutter vorgeschwärmt, wie schön doch der Morgen gewesen sei. Und ich muss zugeben, auch mir hat es grossen Spass gemacht einmal kurz in Barbie’s und Ken’s Welt einzutauchen, auch wenn ich einer Wiederholung mit gemischten Gefühlen entgegensehe.

 

Saf
7.3.14 09:09
 


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